Unsere Leistungen und Angebote:

  • Häuslicher Betreuungsdienst der Nachbarschaftshilfe für an Demenz erkrankte Menschen
  • Musikalischer Nachmittag für an Demenz erkrankte Menschen (findet 14-tägig montags statt)
  • Andacht für an Demenz erkrankte Menschen (findet vierteljährlich statt)
  • Wohngemeinschaft für 8 an Demenz erkrankte Menschen in Remchingen-Nöttingen
  • Allianz für Menschen mit Demenz- in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Remchingen, den Fraktionen, der Beratungsstelle für Hilfen im Alter und dem Altenpflegeheim

Für weitere Informationen kontaktieren Sie gerne:

Frau Edith Huber
Tel: 07232 / 3693 -14
Email: edith.huber@diakonie-remchingen.de

Ein Interview mit Edith Huber zum Thema Demenz:

„Honig im Kopf“ war der erfolgreichste im Jahr 2014 gestartete Kinofilm und belegt den 6. Platz der erfolgreichsten deutschen Filme in der Bundesrepublik seit 1968.

Nicht nur in den Medien spielt das Thema Demenz eine immer größere Rolle, auch in unserer alltäglichen Arbeit mit alten und kranken Menschen.

Demenz nimmt ja eine immer wichtigere Rolle in der Altenbetreuung ein…

Edith Huber: Der Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung ist noch sehr groß. Mit dem entsprechenden Wissen um die Krankheit, kann viel Unsicherheit vermieden werden. Nicht nur die Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege benötigen kontinuierlich Fortbildungen in diesem Bereich. Auch bei Themenabenden der Nachbarschaftshilfe spielt das Thema Demenz immer wieder eine wichtige Rolle. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit der politischen Gemeinde und dem Altenpflegeheim zum Thema Demenz auf einem guten Weg sind. Im Rahmen der „Lokalen Allianz“ treffen wir uns gemeinsam zum regelmäßigen Austausch. In den nächsten Jahren haben wir speziell zu diesem Thema noch einiges gemeinsam vor.

Welche konkreten Angebote gibt es denn von der Diakoniestation für an Demenz erkrankte Menschen?

Zum einen gibt es den häuslichen Betreuungsdienst zur Entlastung von pflegenden Angehörigen. Hier kommen Nachbarschaftshelferinnen stundenweise zur psychosozialen Betreuung zu den an Demenz erkrankten Menschen und ermöglichen somit den Angehörigen eine kleine Auszeit. Spaziergänge, Vorlesen, Singen oder einfach nur „da sein“ sind gern angenommene Angebote. Auch bei dem wöchentlichen Kaffeenachmittag „Treffpunkt B“ (wie Begegnung) sind Menschen, die an Demenz erkrankt sind, herzlich willkommen. Im Austausch mit den anderen Senioren und den Ehrenamtlichen fühlen sie sich wohl und angenommen. Die Musikgeragogin Linde Walch bietet 14-tägig einen musikalischen Nachmittag an, unterstützt von Ehrenamtlichen, welche die gesungenen Lieder auf der Veeh-Harfe begleiten. Musik ist eine optimale Möglichkeit das Herz zu berühren und Erinnerungen zu wecken. Dann findet einmal im Quartal in Nöttingen in der Kirche eine Andacht speziell für Ältere, Kranke und an Demenz erkrankte Menschen statt, die immer gut besucht ist. Und das neueste Projekt ist die Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen.

Was genau muss ich mir unter dieser Wohngemeinschaft vorstellen?

Acht an Demenz erkrankte Menschen haben die Möglichkeit zusammen in einem schönen großen Haus zu leben. Jeder hat sein eigenes Zimmer und das gemeinsame Leben findet im Wohnbereich und dem gemütlichen Wintergarten statt. Im Sommer steht auch ein speziell angelegter Garten zur Verfügung. Durch die Alltagsbegleiterinnen und Nachtbetreuerinnen haben die Bewohner rund um die Uhr eine Ansprechpartnerin. Zusätzlich kommt ein ambulanter Pflegedienst ins Haus, damit die pflegerische Versorgung gewährleistet ist. Aber auch die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle: sie bilden ein Bewohnergremium und sind nach wie vor die ersten Bezugspersonen.

Worauf müssen wir denn generell im Umgang mit an Demenz erkrankten Personen achten?

Das ist ganz schwierig zu verallgemeinern. Es gibt ja verschiedene Stufen einer Demenzerkrankung und somit auch unterschiedliche Verhaltensweisen vom Gegenüber. Auch ist jede Demenzerkrankung individuell. Wird die Erkrankung sehr früh festgestellt, ist der Betroffene sehr wohl noch in der Lage für sich selbst zu sprechen und seine Wünsche zu äußern. Prinzipiell gilt: Wertschätzender Umgang, sich zur Kommunikation auf Augenhöhe begeben, Ermutigung und keine Kritik, einfache Fragen stellen, die mit ja oder nein beantwortet werden können. Sich freundlich zuwenden und das Gefühl des Betroffenen ansprechen, wenn er oder sie sich zu etwas äußert, was wir nicht verstehen können. Wenn wir versuchen „in den Schuhen des anderen“ zu gehen und wahrnehmen, dass für das Verhalten die Krankheit verantwortlich ist und nicht die Person, dann gelingt es uns schon viel besser, mit schwierigen Situationen umzugehen. Früher oder später sehen sich die meisten von uns mit einer solchen Situation konfrontiert. Deshalb ist es sehr wichtig sich rechtzeitig mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen. Wissen schützt vor vielen Konflikten und kann uns das liebende Miteinander sichern…

Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen in Remchingen-Nöttingen

Unter vielen Wundern beim Bau der Wohngemeinschaft freuten wir uns auch über zahlreiche Spenden- so auch über den Förderbescheid der Deutschen Fernsehlotterie über 290.000€.
Wir danken herzlich dem Deutschen Hilfswerk der ARD Fernsehlotterie.

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Eindrücke von der Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen in Remchingen-Nöttingen: